Marktkommentar von State Street zur FOMC-Zinsentscheidung

Lee Ferrigde, Leiter der Abteilung Multi-Asset-Strategy für Nordamerika bei State Street Global Markets und Antoine Lesné, Leiter SPDR ETF-Strategy EMEA bei State Street Global Advisors, äussern sich zur heutigen Zinsentscheidung der U.S.-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed)…..

Antoine Lesné


Lee Ferridge: „Allgemeinen Erwartungen entsprechend beschloss das Federal Open Market Committee (FOMC) die zweite Zinserhöhung innerhalb von drei Monaten, liess jedoch seinen Zinsausblick für das übrige Jahr 2017 unverändert. Sich verbessernde realwirtschaftliche Daten, ein anhaltend kräftiges Beschäftigungswachstum und ein Anstieg der Verbraucherpreisinflation bildeten die Grundlage für die erste der drei für 2017 geplanten Leitzinserhöhungen. Der Fokus dürfte sich nun auf die Sitzung am 14. Juni verlagern, in der viele Marktteilnehmer mit einer erneuten Zinserhöhung rechnen. Da die Realisierung des vielfach diskutierten fiskalischen Stimulus der Trump-Regierung wohl noch etwas dauern wird, möchte die Federal Reserve (Fed) offenbar eine Fortsetzung der starken Konjunkturdynamik und gegebenenfalls auch Hinweise auf eine Beschleunigung des Lohnwachstums abwarten, bevor sie sich im Juni zu einem solchen Schritt entschliesst. Der Markt dürfte auf die heutige Entscheidung kaum reagieren, da sie in den Marktpreisen bereits weitgehend berücksichtigt war. Für einen weiteren Anstieg der Anleiherenditen in den USA sowie des US-Dollars bedarf es weiterer positiver wirtschaftlicher Trends.“

Antoine Lesné: „Wie erwartet, beschloss das Federal Open Market Committee (FOMC) seine erste Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Jahr 2017. Mit dieser Leitzinserhöhung, die erst dritte seit der globalen Finanzkrise, steigt der Zielsatz der Fed-Funds auf eine Spanne von 0,75% bis 1,00%. Das FOMC stellte eine anhaltende Verbesserung der Arbeitsmarktlage, der Trends bei den Unternehmensinvestitionen, der Konsumnachfrage sowie eine allgemeine Stimmungsverbesserung fest. Inzwischen nähert sich die Kerninflation der Zielrate der Fed an. Dennoch gibt es aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Fiskalpolitik kurzfristige Risiken. Aus heutiger Sicht sind nach wie vor zwei weitere Zinserhöhungen in 2017 das wahrscheinlichste Szenario. Für einen stärker steigenden Zinspfad mit zwei weiteren Zinserhöhungen bedarf es dagegen noch besserer Wirtschaftsdaten. Dieses Leitzinsszenario könnte dazu führen, dass langfristige Zinsen schneller ansteigen als kurzfristige, einem sogenannten „Bear-Steepening“ im Zwei- bis Fünf-Jahres-Horizont, d.h. die zweijährigen Renditen steigen etwas weniger stark als die fünfjährigen Renditen.“

Quelle: BondWorld.ch