Marktkommentar von State Street zur Sitzung des geldpolitischen Komitees der Bank of England

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Tim Graf


Tim Graf: „Für das Ergebnis der heutigen Sitzung dürften die hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Inflationszahlen im Juni ausschlaggebend gewesen sein. Eine Leitzinserhöhung im übrigen Jahresverlauf und darüber hinaus dürfte damit unwahrscheinlich sein.

Auch der Inflations-Index für den Online-Einzelhandel1 deutet auf einen kräftigen Rückgang der jährlichen Inflationsrate hin, sodass es sich das geldpolitische Komitee der BoE erlauben kann, erst einmal abzuwarten, ob die politischen Unwägbarkeiten die bereits schwächer werdende Konjunktur und Inflation zusätzlich drücken werden.“

Alan Wilson: „Die Bank of England (BoE) vollzieht weiterhin einen geldpolitischen Drahtseilakt, bei dem sie den temporären Inflationsdruck gegen die Sorgen abwägen muss, dass die durch den Brexit ausgelösten Unsicherheiten die Konjunktur im Vereinigten Königreich bremsen werden. Heute blickten alle Marktteilnehmer erwartungsvoll auf die Sitzung des geldpolitischen Komitees der BoE, auch „Super Thursday“ genannt, um zu erfahren, ob die aggressiveren Signale der letzten Wochen nochmals verstärkt werden. Die nach der Sitzung veröffentlichte Erklärung der BoE verdeutlicht, dass die Unzufriedenheit der auf eine Zinserhöhung drängenden Komitee-Mitglieder etwas nachgelassen hat. Die enttäuschenden Wachstums-, Lohn- und Verbraucherdaten seit der Sitzung im Juni scheinen den Befürwortern einer restriktiveren Geldpolitik zu denken geben. Trotz wachsender Spekulationen, dass die Anzahl der für eine Zinserhöhung plädierenden Abweichler auf der Sitzung im August zunehmen könnte, kam es nicht dazu. Andrew Haldane, Chefvolkswirt der BoE, und Gouverneur Mark Carney waren dabei als potentielle Abweichler-Kandidaten gehandelt worden. Das geldpolitische Komitee wird vermutlich weiter Signale aussenden, die auf eine geldpolitische Straffung hindeuten, um die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer dämpfen – und so ihre eigene Arbeit zu erleichtern. Die Signale dürfte jedoch kaum eine formale geldpolitische Straffung nach sich ziehen – insbesondere in den Anfangsphasen der Brexit-Verhandlungen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB), wird auch das Komitee der BoE vorsichtig agieren und der Versuchung widerstehen, die Geldpolitik aufgrund eines temporären Inflationsdrucks zu straffen.“

Quelle: BONDWorld