Marktkommentar von State Street zur Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank

Timothy Graf, Leiter der Abteilung Macro Strategy EMEA bei State Street Global Markets und Antoine Lesné, Leiter SPDR ETF Strategy EMEA bei State Street Global Advisors, äussern sich zur heutigen Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank ….

 

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Timothy Graf


Timothy Graf kommentierte: „Die jüngste Verbesserung der Wirtschaftsdaten in der Eurozone sind kaum zu übersehen. Offenbar bestätigt die EZB endlich den Erfolg ihrer geldpolitischen Lockerungspolitik. Wegen der politischen Unsicherheiten in Europa und einer nach wie vor niedrigen Kerninflation werden die geldpolitischen Entscheidungsträger in den kommenden Monaten weiterhin vorsichtig agieren. Jedoch sollten die sich bessernde Situation auf dem Arbeitsmarkt sowie eine stärkere Konjunkturdynamik in der Währungsunion zumindest einen positiveren politischen Diskurs ermöglichen. Auch in den kommenden Sitzungen erwarten wir wegen der anhaltenden niedrigen Kerninflation noch keine nennenswerte Veränderung der Geldpolitik. Sollten sich die jüngsten Trends bei den Wirtschaftsdaten als nachhaltig erweisen, könnte sich dies in der zweiten Jahreshälfte aber ändern.“

Antoine Lesné kommentierte: „Der Trend zu besseren Wirtschaftsdaten und Stimmungsumfragen dürfte anhalten. Die EZB erkennt wie erwartet diese positiven Entwicklungen an und hält eine eher vorsichtige Haltung für angebracht, bis alle Hindernisse auf der europäischen Agenda aus dem Weg geräumt sind. Deshalb erwarten wir von der EZB auch in den kommenden Sitzungen keine grösseren geldpolitischen Veränderungen. Die Inflation wird jedoch im Fokus stehen, nachdem die EZB zuletzt bereit war, über den jüngsten Inflationsanstieg hinwegzusehen. Es stellt sich hier die Frage, ob ein höheres Wachstum und eine sinkende Arbeitslosigkeit letztendlich auch mit einer steigenden Kerninflation einhergehen werden. Sollte dies im zweiten Halbjahr der Fall sein, könnte es auf eine mögliche allmähliche Verringerung der Anleihekäufe der EZB hinauslaufen. Bis dahin rechnen wir damit, dass sich die Marktteilnehmer auf die Wahlen in den Niederlanden in der nächsten Woche und auf die Möglichkeit einer Zinserhöhung auf der FOMC-Sitzung konzentrieren werden.“

Quelle: BondWorld.ch