Marktkommentar von State Street zur Zinsentscheidung der US-Notenbank

Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. Click here to register for your free copy 


Antoine Lesné


Ferridge kommentierte: „Wie weitgehend erwartet, beliess das Federal Open Market Committee (FOMC) der Fed die Leitzinsen auf seiner Mai-Sitzung unverändert, liess die Möglichkeit für eine Zinserhöhung im Juni jedoch offen. Vor der Sitzung schätzten die Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juni auf 60 Prozent – dieser Wert dürfte sich nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung der US-Notenbank kaum verändern. Entscheidend wird sein, wie sich die Wirtschaftsdaten der USA in den kommenden Wochen entwickeln werden. Darüber hinaus wird das FOMC auch genau beobachten, wie sich in Washington die Verhandlungen zu den Steuersenkungsplänen der neuen Regierung entwickeln werden. Sollten die Wirtschaftsdaten stabil bleiben, oder sich im günstigeren Fall sogar noch verbessern, und die Möglichkeit einer Steuersenkungsvereinbarung im Spätsommer bestehen bleiben, dann wird am Markt voraussichtlich eine Zinserhöhung im Juni eingepreist werden. Diese wäre dann die zweite von drei Leitzinserhöhungen, die die Fed selbst für 2017 prognostiziert hat.“

 

Lesné kommentierte: „Entsprechend der Markterwartungen unmittelbar vor der FOMC-Sitzung hat die Federal Reserve die Leitzinsen dieses Mal nicht erhöht. Kommentare der Komiteemitglieder und Trends bei den Wirtschaftsdaten werden wichtige Hinweise liefern, wann die zweite Leitzinserhöhung im Jahr 2017 tatsächlich vollzogen wird. Zurzeit wird mit ihr bei der nächsten Sitzung Mitte Juni gerechnet. Allerdings käme diese dann inmitten einer vollgepackten politischen Agenda in Europa und im Anschluss an die Verhandlungen über die erwarteten Steuersenkungen in den USA. Deshalb ist es möglicherweise zu früh, schon von einer Leitzinserhöhung zu diesem Zeitpunkt auszugehen. Schliesslich besteht auch noch das Risiko, dass die Anleger angesichts hoher US-Aktienbewertungen nervös werden. Ein Kursrückgang am US-Aktienmarkt könnte die Zinsentscheidung der Fed ebenfalls beeinflussen. In der Zwischenzeit dürften die Anleger jedoch weiter mit einer Zinserhöhung rechnen und daher Engagements bevorzugen, die von einem solchen Zinsschritt profitieren, wie zum Beispiel variabel verzinsliche Anleihen. Wandelanleihen haben in der Vergangenheit ebenfalls unter Beweis gestellt, dass sie sich in geldpolitischen Straffungsphasen relativ gut entwickeln können.“ 

Quelle: BONDWorld.ch