ODDO BHF Asset Management

ODDO BHF AM : Euro-Stärke – Comeback zur Unzeit

ODDO BHF AM:  „Eine Aufwertung des Euro ist der Europäischen Zentralbank derzeit nicht willkommen: Sie bremst den ohnehin schwachen Preisauftrieb und belastet tendenziell die für die EWU-Länder relativ wichtige Auslandsnachfrage.

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Nicolas Chaput , CEO von ODDO BHF AM


Entsprechend ist es wenig verwunderlich, dass sich die warnenden Stimmen mehren. Anfang des Monats sorgte der Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, mit dem Hinweis für Aufsehen, der EURUSD-Wechselkurs „sei von Bedeutung“.

Der EZB-Rat in seiner Gesamtheit beschäftigte sich in der letzten Woche mit dem Währungsthema, gab sich dann jedoch recht gelassen.

Wirklicher Widerstand gegen eine Euro-Aufwertung ist von der EZB nicht zu erwarten. Zunächst ist die Aufwertung des Euro bislang kein Grund zur Panik: Gemessen am Durchschnittskurs des Jahres 2019 macht der Anstieg nur rund 6% aus, in handelsgewichteter Betrachtung fällt die Aufwertung nur geringfügig höher aus. Zudem ist der Spielraum der EZB für Zinssenkungen denkbar gering. Solange das Szenario einer wirtschaftlichen Erholung und der Stabilisierung der Inflationsraten intakt ist, gibt es kaum eine Rechtfertigung für zusätzliche Lockerungsmassnahmen und insbesondere nicht für Leitzinssenkungen.

Die EZB täte sich mit einer stärkeren Wechselkursorientierung ihrer Politik auch keinen Gefallen. Zum einen läuft sie Gefahr, von den Devisenmärkten geldpolitisch hinter sich hergezogen zu werden. Zum anderen dürfte der Versuch, die eigene Währung zu schwächen, bei den Freunden auf der anderen Seite des Atlantiks auf wenig Gegenliebe stossen. Gerade für Donald Trump wäre es ein gefundenes Fressen, die Europäer der „Währungsmanipulation“ zu bezichtigen.

Als Fazit bleibt damit, dass die Tür zu einer weiteren Aufwertung des Euro weit offen ist.“

Quelle: BondWorld.ch