ODDO BHF Asset Management

ODDO BHF AM : Inflation und Verschuldung

ODDO BHF AM:  „Der massive wirtschaftliche Einbruch infolge von Pandemie und Lockdown wurde von einem deutlichen Rückgang der Inflation und einem starken Anstieg der Staatsverschuldung begleitet.

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Die Inflationsrate in den USA liegt derzeit bei 1,2% gegenüber dem Vorjahr, für den Euroraum weist die Statistik in den letzten Monaten leichte Rückgänge des Preisniveaus aus. Im November lag die Inflationsrate im Euroraum vorläufigen Angaben zufolge bei -0,3%, in Deutschland kommt das Destatis auf den gleichen Wert. Diese Zahlen schüren zunächst keine Inflationsängste – eher im Gegenteil. Dennoch glauben wir, dass Inflation und Inflationsrisiken – ebenso wie die explodierenden Staatsschulden – im neuen Jahr zu einem wichtigen Thema für die Kapitalmärkte werden könnten.

Warum?

Zunächst einmal gehen wir davon aus, dass die Inflationsraten bis zum nächsten Sommer wieder etwas „normaler“ aussehen werden. Dafür verantwortlich sind zunächst sog. Basiseffekte, denn die Entlastungswirkungen der niedrigeren Energiepreise sowie diverser Preisabschläge in einigen von der Corona-Krise besonders betroffenen Branchen fallen nach und nach aus dem Vorjahresvergleich weg. In Deutschland und der EWU kommt das Ende der Mehrwertsteuerreduzierung hinzu. Insgesamt dürfte die Inflation in den USA in der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder in der Nähe von 2%, in der EWU oberhalb von 1% liegen.

Die Zahlen erzählen aber nur einen kleinen Teil der Geschichte. Wichtiger ist vielleicht, dass sich das wirtschaftliche Umfeld im Jahresverlauf deutlich aufhellen sollte. Die derzeitige Krise ist nicht durch wirtschaftliche Fehlentwicklungen, sondern eine Pandemie verursacht. Dafür charakteristisch ist eine rasche Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten, sobald die belastenden Faktoren wegfallen. Dieser Effekt liess sich im dritten Quartal beobachten und gilt verstärkt, wenn in den kommenden Monaten Impfstoffe immer breiter verfügbar sein werden – die Briten beispielsweise haben dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff gerade die Zulassung erteilt – und die Verbraucher ihre unterdrückten Konsumwünsche wieder unbesorgter ausleben können. Spätestens dann dürften die Anleger sich zu fragen beginnen, ob die fortgesetzte Unterstützung durch die Geld- und Finanzpolitik inflationstreibend wirken könnte.“

Quelle: BondWorld.ch