OPEC-Einigung sorgt für Schub beim Ölpreis

EZB dürfte nach Italien-Referendum Anleihenkäufe verlängern…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Der Ölpreis machte nach der Einigung beim OPEC-Treffen auf eine etwas höher als erwartete Förderkürzung von 1.2 Mio. Fass pro Tag einen Sprung nach oben. Ob die Begrenzung des Ölangebots in dem vereinbarten Ausmass aber wirklich durchgesetzt wird, bleibt zweifelhaft. Denn die Förderdisziplin der Kartellmitglieder liess in der Vergangenheit oft zu wünschen übrig. Die US-Shale-Produzenten dürften beim höheren Preis die Produktion schnell wieder ausweiten. Und die geforderte Beteiligung von Nicht-OPEC-Ländern ist nicht gesichert. Für Euphorie ist es unseres Erachtens deshalb noch zu früh.

Am Sonntag werden die Italiener schliesslich über eine weitreichende Vereinfachung und Entzerrung des Gesetzgebungsprozesses abstimmen. In den letzten Umfragen lagen die Gegner vorne. Eine Ablehnung der Reform wäre ein herber Rückschlag für Ministerpräsident Matteo Renzi. Im Falle einer Niederlage dürfte dieser von seinem Amt zurücktreten. Auch wenn dann vorzeitige Neuwahlen nicht unbedingt wahrscheinlich sind, würde dies die politische Unsicherheit in der Eurozone erneut erhöhen. Entsprechend hat sich der Risikoaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bunds in den letzten Wochen bereits ausgeweitet (siehe dazu auch Fokus auf Seite 2). Mögliche Marktturbulenzen nach dem Referendum könnten die SNB wieder auf den Plan rufen. Die wöchentlichen Zahlen zu den Sichteinlagen der Banken bei der SNB legen nahe, dass die Nationalbank seit der US-Präsidentenwahl wiederholt am Devisenmarkt interveniert hat – nicht massiv aber doch in einem Volumen von einigen Milliarden Franken.

Trotz des weiterhin starken Franken setzt sich die allmähliche Erholung der Schweizer Wirtschaft fort. Das BIP-Wachstum hat im dritten Quartal zwar stagniert. Dies war nach dem durch einen Lageraufbau getriebenen hohen Quartalswachstum von 0.6% im zweiten Quartal jedoch erwartet worden. Für den Jahreswechsel zeigen die jüngsten Unternehmensumfragen insgesamt eine weitere leichte Verbesserung an. Das KOF-Konjunkturbarometer hat zwar im November nach unten korrigiert. Das Niveau bleibt aber leicht über dem langfristigen Durchschnitt. Darüber hinaus zeigte der Einkaufsmanagerindex diese Woche nach oben. Der weitere Anstieg der Beschäftigungserwartungen in der Industrie untermauert die Stabilisierung am Schweizer Arbeitsmarkt. Dies sollten auch die Arbeitslosenzahlen nächste Woche zeigen.

In den USA bestätigte neben einem soliden ISM die neueste Umfrage der Fed unter ihren Wirtschaftskontakten einen stabilen Aufschwung, womit die Erwartungen für einen Zinsschritt Mitte Dezember gefestigt bleiben. Die EZB tagt bereits nächsten Donnerstag. Obwohl sich die konjunkturelle Erholung in der Eurozone wie erwartet fortsetzt, verharrte die Kerninflation im November auf einem unverändert tiefen Niveau. Entsprechend dürfte sich damit eine Mehrheit des EZB-Rates wohl für eine Fortsetzung des Anleihenkaufprogramms über März 2017 hinaus entscheiden. Der jüngste Zinsanstieg bietet der EZB zudem mehr Spielraum beim Kauf knapper deutscher Staatsanleihen, auch ohne die technischen Vorgaben stark anzupassen.

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Quelle: BONDWorld.ch