Raiffeisen

KMU : Positiver Trend setzt sich trotz anhaltenden Lieferengpässen fort

Der Raiffeisen KMU PMI ist im Juni von einem hohen Niveau aus leicht gesunken.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Raiffeisen KMU PMI 


Die Lieferprobleme haben sich nochmals zugespitzt und sorgen in einigen Branchen für eine gewisse Verunsicherung. Nichts-destotrotz hält die Zuversicht auf eine nachhaltige Erholung weiter an.

Der Geschäftsverlauf von Schweizer Industrie-KMU hat sich im Juni ein weiteres Mal verbessert, wenngleich etwas weniger stark als im Vormonat. Der Raiffeisen KMU PMI ist von 65.2 auf 62.1 Punkte gesunken, blieb damit aber weiter deutlich im Expansionsbereich. «Trotz Schwierigkeiten mit der Beschaffung der Rohstoffe werden wir ein hervorragendes zweites Quartal haben.», sagt der Geschäftsführer eines mittelgrossen KMU aus der Papierbranche und drückt damit exemplarisch die gute Stimmung in der Industrie aus.

Die meisten Subkomponenten des Raiffeisen KMU PMI verzeichneten zum Ende des zweiten Quartals zwar einen Rückgang. Sie blieben insgesamt aber auf ansehnlichen Niveaus, die in der Regel mit einem robusten Konjunkturverlauf korrespondieren. So schloss beispielsweise die Komponente zum Auftragsbestand bei hohen 65.1 Punkten. Auch die Produktion legte trotz der anhaltenden Lieferengpässe bei Rohmaterialien und anderen Vorprodukten nochmals kräftig zu (60.4 Punkte).

Die Lieferfristen, d.h. der Zeitraum von der Bestellung bis zum Versand an die Kunden der von Raiffeisen befragten KMU, sind im Juni jedoch nochmals länger geworden. Die entsprechende Subkomponente kletterte auf 73.2 Punkte und damit auf ein neues Rekordniveau. Normalerweise sind etwas längere Lieferfristen Ausdruck einer besseren Kapazitätsauslastung und damit positiv zu werten. Im aktuellen Umfeld sind die langen Lieferfristen aber vor allem auf Engpässe in der Beschaffung zurückzuführen.

Die anhaltenden Lieferengpässe machen sich in einigen Branchen deutlich bemerkbar und beinträchtigen den Geschäftsverlauf. «Die hohen Rohstoffpreise halten im Bauwesen viele Projekte zurück, was sich auch negativ auf uns auswirkt.», sagt z.B. der Geschäftsführer eines KMU aus dem Kanton Schwyz, das Beton herstellt. Auch aus der Holzverarbeitung, der Kunststoffbranche oder der MEM-Industrie gibt es ähnliche Stimmen.

Laut diversen Branchenvertretern dürfte es noch einige Monate dauern, bis das Angebot wieder mit der Nachfrage schritthalten kann und sich die Beschaffungsproblematik deutlich entspannt. Die regelmässige Umfrage der Schweizerischen Nationalbank unter ihren Geschäftskontakten kommt zum selben Schluss. Immerhin gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass die anhaltenden Beschaffungsprobleme, die Erholung der Schweizer Industriekonjunktur abwürgen. Die Stimmung der Unternehmen ist insgesamt weiter optimistisch, wie der aktuelle Raiffeisen KMU PMI zeigt.

links: Raiffeisen KMU PMI Juni 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI Juni 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)
Februar März April Mai Juni
Gesamtindex 44.3 56.8 58.4 65.2 62.1
Auftragsbestand 42.9 57.9 63.1 70.9 65.1
Produktion 43.5 57.1 56.5 67.9 60.4
Beschäftigung 41.4 52.6 53.8 58.1 55.6
Lieferfristen 50.6 59.2 62.7 67.1 73.2
Einkaufslager 46.7 57.8 51.3 52.7 53.4

50 = Wachstumssc

Quelle : BONDWorld.ch