Raiffeisen: Brexit-Sorgen treten in den Hintergrund

Die Konjunktur in den Industrienationen zeigt sich nach dem Brexit-Ja stabil. Zudem kommen aus den Schwellenländern vermehrt Erholungszeichen. Die Inflation bleibt aber weiter gering, insbesondere in Europa und Japan. Einzig die Fed strebt eine Zinserhöhung an. Wir erwarten diese jedoch weiterhin erst im nächsten Jahr…..


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Raiffeisen Anlagepolitik-  September 2016 – Konjunktur


13 09 16 rafkong

Die Unternehmensstimmung in Grossbritannien hat sich nach dem Taucher im Juli kräftig erholt. Die britische Konjunktur scheint also mehr oder weniger in der Spur zu bleiben, was die Sorgen vor einer merklichen Abkühlung verringert hat. Die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone wurden durch das Brexit-Votum entsprechend auch zuletzt nicht wesentlich in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Stimmungsdaten zeigen ein robustes Bild. Speziell die Exportnachfrage hält sich gemäss den befragten Unternehmen weiter gut.

US-Stimmungsdaten enttäuschen

Positiv entwickelte sich jüngst auch die Unternehmensstimmung in den Schwellenländern. In China und vor allem den rezessionsgeplagten Schwergewichten Russland und Brasilien wird der Wachstumsausblick nicht mehr ganz so negativ eingeschätzt. Enttäuscht haben die Frühindikatoren hingegen in den USA, insbesondere der ISM für das Verarbeitende Gewerbe, der unter die Marke von 50 gefallen ist. Derzeit zeigt sich die US-Konjunktur nur auf einem Bein stark. Der Privatkonsum legt kräftig zu, während sich die schwachen Unternehmensinvestitionen weniger schnell erholen als erwartet. Wir rechnen deshalb für 2016 neu mit einem BIP-Wachstum von 1.7% statt 2.2%.

Für die Schweiz hingegen, wo das BIP im Q2 deutlich stärker zugelegt hat als erwartet, erhöhen wir die Wachstumsprognose auf 1.4%. Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Frankenschock unserer Ansicht nach noch nicht überwunden ist. Das Q2BIP war getrieben durch den öffentlichen Sektor und den Erfolg der Pharmabranche, während die meisten Exportzweige weiter schwächelten (siehe Grafik). Die BIP-Prognose für 2017 belassen wir daher bei 1.3%.

Fed dürfte wohl noch pausieren

Insgesamt hält der Seitwärtstrend der globalen Wachstumsdynamik an und damit auch der niedrige Preisdruck. In der Eurozone liegt die Teuerung weiterhin nur knapp über Null, in Japan gar im negativen Bereich. Die EZB und vor allem die BoJ, die gerade eine Überprüfung ihrer Geldpolitik vornimmt, dürfte daher eher dazu neigen, weitere Massnahmen zu ergreifen. In den USA wiederum ist die Inflationsrate höher und die Kerninflation liegt nach wie vor über 2%. Die Geldpolitik der Fed zeigt deshalb in die andere Richtung. Angesichts der zuletzt durchzogenen Konjunkturdaten rechnen wir aber nicht damit, dass sie die Zinsen noch in diesem Jahr weiter anhebt

 

Quelle: BONDWorld.ch