Raiffeisen

Raiffeisen: Die Eurozone verzeichnete im dritten Quartal ein historisches Wachstum.

Raiffeisen : Denn der vorangegangene Einbruch konnte damit bei weitem noch nicht aufgeholt werden, und die Aussichten sind zumindest für den November wegen der erneuten „Lockdowns“ düster.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Raiffeisen Economic Research – Konjunkturcheck – November  2020


Die EZB bereitet deshalb abermals neue Massnahmen vor, und auch die SNB dürfte bereits wieder am Devisenmarkt aktiv sein.

Die erste Schätzung für das Schweizer BIP im dritten Quartal gibt es erst Anfang Dezember. Es ist aber, wie in der Euro-zone, mit den Lockerungen nach dem Frühjahrs-„Lock-down“ ebenfalls ein kräftiger Anstieg vorgezeichnet. Da die Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal aber einen deutlich weniger drastischen Einbruch erlebte, wird auch das Quar-talsplus deutlich weniger dynamisch ausfallen. Das Schwei-zer BIP wird damit, ähnlich wie in den Nachbarländern, noch weit hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben.

Die seit Ende Oktober wieder verschärften Einschränkungen fallen deutlich weniger strikt als im Frühjahr aus. Neben dem weitgehend „geschlossenen“ Freizeitsektor, wird die Nach-frage aber auch in vielen anderen Bereichen indirekt ausge-bremst. Bspw. fehlen den Hotels wieder vermehrt die aus-ländischen Gäste. Das wichtige Weihnachtsgeschäft im Gastgewerbe fällt quasi aus, genauso wie das Mittagsge-schäft aufgrund verwaister Büros. Und die Krankenhäuser müssen ihre geplanten Eingriffe ebenfalls wieder herunter-fahren. Trotz ausgelasteter Intensivstationen ist deswegen die Wertschöpfung im Gesundheits- und Sozialwesen schon im ersten Halbjahr um über 10% gesunken. Untersuchungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) weisen denn auch darauf hin, dass die freiwillige Zurückhaltung der Verbrau-cher einen mindestens genauso so grossen Anteil am globa-len Konjunktureinbruch im Frühjahr hatte, wie die staatlich verordneten Schliessungen.

Auch ohne einen landesweiten, „echten Lockdown“ sehen wir damit einen Rückschlag für die Schweizer Wirtschaft im Schlussquartal als unvermeidlich. Gemäss einer groben Be-rechnung über die Wertschöpfungsanteile der einzelnen Wirtschaftssektoren könnten die neuen Einschränkungen die Wirtschaftsleistung erneut um bis zu 2% drücken. Damit bleibt unsere BIP-Prognose von -5% für dieses Jahr leider re-alistisch.

Quelle: BONDWorld.ch