Raiffeisen: Fed bereitet Märkte auf baldige weitere Zinserhöhung vor

Die jüngsten Wirtschaftsdaten deuten weiter auf eine Festigung der Konjunktur und etwas höhere Preisanstiege hin. Entsprechend kommen von der Fed zunehmend Signale für weitere Zinserhöhungen. Sehr eilig hat sie es dabei aber noch nicht…..


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Raiffeisen Anlagepolitik- März 2017 – Konjunktur


Die Inflationsraten steigen weltweit. Haupttreiber ist der seit Februar 2016 deutlich höhere Ölpreis. Vor allem in den USA nimmt auch insgesamt der unterliegende Preisdruck langsam zu. Im Januar sind die Produzentenpreise in den USA um 3.8% im Jahresvergleich angestiegen. Die Lohndynamik ist in den USA mit rund 2.5% deutlich weiter fortgeschritten als in der Eurozone mit knapp 1.3%, während sie in Japan sogar nur knapp über null liegt. Dies obwohl Japan mit gut 3 Prozent die tiefste Arbeitslosenrate der drei Regionen ausweist (USA 4.8 Prozent und EWU 9.6 Prozent).

Selbst „Fed-Taube“ hält nun drei Zinsschritte für möglich Eine schnellere Fortführung der Zinsnormalisierung im laufenden Jahr ist damit wahrscheinlicher geworden. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hat bei ihrer jüngsten Kongressanhörung die Fortschritte der Wirtschaft in Richtung Vollbeschäftigung und Preisstabilität bestätigt. Und sie hoffe die Konjunktur lässt mehr Zinserhöhungen zu. Ausserdem plädierten mehrere Fed-Mitglieder explizit für drei Zinserhöhungen in diesem Jahr. Selbst der hinsichtlich Leitzinserhöhungen bisher eher skeptische US-Notenbanker Charles Evans hält nun drei Schritte für möglich. Trotz insgesamt positiver Konjunktureinschätzungen wurden jedoch zuletzt auch die aktuellen politi schen Unsicherheiten in den USA und auch in Europa hervorgehoben. Und da viele FOMC-Mitglieder der Meinung bleiben, man habe noch reichlich Zeit um geldpolitisch auf eine mögliche Konjunkturbeschleunigung zu reagieren, dürfte die Fed es weiterhin nicht sehr eilig zu haben.

Eurozone von politischer Unsicherheit geplagt

Die höheren Renditen der Staatsanleihen in einigen Ländern der Eurozone spiegeln die momentane politische Unsicherheit wider. Frankreich wird bereits mit einem Zinsaufschlag von rund 80 Basispunkten gegenüber Deutschland gehandelt, verglichen mit weniger als 30 Punkten im vergangenen September (siehe Grafik 3). Wir gehen aber davon aus, dass nicht Marine Le Pen sondern der gemässigte, wirtschaftsfreundliche MitteLinks-Kandidat Emmanuel Macron schliesslich im zweiten Wahlgang das Rennen um die französische Präsidentschaft macht. Sorgen bereitet auch die politische Situation in den Niederlanden und in Italien. Falls im März die EU-feindliche Partei der Freiheit (PVV) des niederländischen Populisten Geert Wilders die meisten Stimmen erhalten sollte, wäre dies für die Märkte wohl ein Alarmzeichen. Die Zinsaufschläge bei den Staatsanleihen verschiedener Euroländer im Vergleich zu jenen Deutschlands dürften in diesem Fall weiter anwachsen. Zur Beruhigung der Nerven trägt ausserdem wenig bei, dass Italien wohl noch dieses Jahr Neuwahlen abhalten könnte. Zusätzlich wird die EZB in 2017 einen – wenn auch langsamen – Ausstieg aus ihrem Anleihekaufprogramm diskutieren müssen. Insofern prognostizieren wir für die kommenden zwölf Monate steigende Zinsen in der Eurozone und den USA.

08 03 17 KonjunkRaiffeisen

Quelle: BONDWorld.ch