Raiffeisen: Geldpolitik stützt Obligationen-Preise

Wir erwarten den nächsten Zinsschritt der Fed erst 2017. Die Geldpolitik bleibt locker und dürfte die Obligationen-Preise weiterhin unterstützen. Obwohl die EZB das Anleihen-Kaufprogramm im September nicht erweitert hat,…..


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Raiffeisen Anlagepolitik-  September 2016 – Obligationen


13 09 16 rafobbl

bleibt die Nachfrage nach EUR-Unternehmensanleihen hoch. Die rekordhohe Emissionstätigkeit führt somit nicht zu einem Renditeanstieg.

Nach den Sommerferien tauchten die Sorgen um die Risikoherde wieder auf. Die US-Präsidentschaftswahl im November, das Vertrauensvotum in Italien, sowie andere politische Ereignisse mit latentem Unruhepotential dürften die Nachfrage nach Sicheren-Hafen-Anlagen begünstigen. Gleichzeitig deuten eher schwächere USWirtschaftsdaten darauf hin, dass die Fed – trotz optimistischer Kommentare ihrer Mitglieder – eine Zinsanhebung 2016 wohl nicht vollziehen wird. Auch wenn die Terminmärkte eine noch im laufenden Jahr erfolgende Anhebung knapp einpreisen, erwarten Investoren keinen baldigen Regimewechsel darüber hinaus (siehe Grafik). Selbst wenn die Zinsen steigen sollten, dürfte der Anstieg nur langsam verlaufen. Dennoch bleiben Staatsanleihen unattraktiv und unsere Positionierung untergewichtet.

Keine Ausweitung des EZB-Ankaufprogramms

Die EZB hat weder Länge, noch Kriterien des Ankaufprogramms angepasst. Auch wenn eine Lockerung von den meisten Investoren nicht erwartet wurde, haben die Märkte die Entscheidung dennoch als Anzeichen einer etwas weniger expansiven Geldpolitik interpretiert. Relativ zum Marktvolumen stossen die Ankäufe aber bald an die Grenzen dessen, was im Rahmen des geltenden Programms erlaubt ist: Bereits heute rentiert fast ein Drittel der Staatsobligationen unter -0.4%, dem Mindestwert für das Kaufprogramm (siehe Grafik).

Hohe Neuemissions-Tätigkeit

Sechs inländische Schuldner haben seit Mitte August neue Anleihen in CHF emittiert. In den USA war die Aktivität im August trotz den Sommerferien ungewöhnlich hoch (siehe Grafik). Auch für die Neuemissionen in EUR, gestützt durch das Ankaufprogramm der EZB, ist für 2016 ein neues Rekordvolumen zu erwarten. Die Unternehmen versuchen die tiefen Finanzierungskosten zu fixieren. Negative Verfallsrenditen sind nun zum Teil auch bei europäischen Industrieunternehmen Realität. Henkel und Sanofi beispielsweise haben 2- bzw. 3-jährigen Obligationen mit negativen Verfallsrenditen emittiert. Die massive Emissionstätigkeit hat bisher nicht dazu geführt, dass die Obligationen vom Markt nicht hätten absorbiert werden können. Davon gehen wir auch in den kommenden Wochen nicht aus. Das EZB-Programm und die Suche der Anleger nach Rendite dürften die Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen tief halten.

 

Quelle: BONDWorld.ch