Raiffeisen

Raiffeisen: SNB hat wieder kräftig zugeschlagen

Raiffeisen : Der einzigartige Schweizer BIP-Einbruch im zweiten Quartal wurde mit der zweiten SECO-Schät-zung von -8.2% auf -7.3% revidiert.

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Raiffeisen Economic Research – Konjunkturcheck – Oktober 2020


Der Kollateralschaden des staatlich verordneten Stillstandsfällt damit nochmals etwas weniger drastisch als befürchtet aus. Dafür flacht aber die anfangs sehrdynamische Erholung seit dem Ende des „Lockdown“ bereits wieder ab. Zudem bergen die wegender steigenden Infektionszahlen erneut ausgeweiteten Einschränkungen Rückschlagpotential zumJahresende. Die SNB steht wegen der unvollständigen, unsicheren und uneinheitlichen Erholungentsprechend bereit, bei Bedarf weiterhin „verstärkt“ am Devisenmarkt zu intervenieren.

Chart des Monats: Massive SNB-Devisenkäufe

09-10-20 Raiffeisen

Die SNB setzt unverändert auf Devisenmarktinterventionen. Davon hat sie in diesem Jahr auchschon wieder reichlich Gebrauch gemacht. Bisher gab die Nationalbank das Interventionsvolumennur für das Gesamtjahr mit grösserer Verzögerung im jeweiligen Geschäftsbericht bekannt.

Diemangelnde Transparenz wurde in der Vergangenheit nicht zuletzt vom US-Finanzministerium im-mer wieder gerügt. Unter anderem deswegen steht die Schweiz auf der Schwelle von den USA alsWährungsmanipulator gebrandmarkt zu werden.

Neu veröffentlicht die SNB ihre Eingriffe von nun an zumindest jeweils zum Quartalsende für dasVorquartal. Und demnach wurden im ersten Halbjahr 2020 Devisen für insgesamt 90 Mrd. CHFaufgekauft. Das Interventionsvolumen fällt so hoch aus wie seit 2012 nicht mehr.

Die Devisenan-lagen der SNB sind dadurch auf umgerechnet 860 Mrd. CHF angeschwollen, bzw. 130% desSchweizer BIP. Seit Mitte Juli hält sich der EUR/CHF-Wechselkurs allerdings wieder etwas höherund recht stabil bei der 1.08-Marke, womit für die Nationalbank kein grösserer Interventionsbedarfmehr besteht – zumindest bis zu den nächsten Verwerfungen.

Quelle: BONDWorld.ch