Raiffeisen: Zinsnormalisierung gestoppt

Der temporäre Anstieg der Verfallsrenditen am Obligationenmarkt ist zum Stillstand gekommen. Die Inflationserwartungen dürften vorerst nicht weiter ansteigen und die Notenbanken agieren zurückhaltend. Unternehmensanleihen guter Kreditqualität, High-Yield und Schwellenländeranleihen bleiben unsere Favoriten…..


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Raiffeisen Anlagepolitik-  März 2017 – Obligationen


Der Anstieg der Kapitalmarktrenditen der vergangenen Monate ist gestoppt. Die 10-jährigen Eidgenossenrenditen hatten sich zwischenzeitlich dem positiven Bereich genähert, liegen mittlerweile aber wieder deutlicher unter 0%. Die Wahl Trumps hat sicherlich zu gestiegenen Inflationserwartungen beigetragen und die Verfallsrenditen entsprechend ansteigen lassen. Diese hatten allerdings schon zuvor, mit der Etablierung der Ölpreise um 50 USD die Trendwende eingeläutet (siehe Grafik). Von der Inflationsseite sollte in den kommenden Wochen kein Aufwärtsdruck für die Zinsen drohen. Einerseits dürften sich die zuletzt deutlich gestiegenen Inflationsraten in den nächsten Monaten aufgrund des Basiseffektes bei den Energiepreisen wieder etwas entspannen. Andererseits sind die Inflationserwartungen bereits auf einen langfristigen Mittelwert angestiegen, was einen weiteren Anstieg limitiert. Die Markterwartung für die Inflation in 5 Jahren liegt derzeit bei knapp 2% in der Eurozone und bei 2.5% in den USA. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Obligationenrenditen in den kommenden 12 Monaten leicht ansteigen werden, nicht zuletzt weil die Notenbanken etwas vom ultraexpansiven Kurs abrücken. Eine abrupte Zinswende steht jedoch weiterhin nicht bevor. Ein Zinsschritt der US-Notenbank bereits im März ist zwar mit guten Konjunkturdaten wahrscheinlicher geworden, die Fed sieht sich allerdings nicht unter Druck, rasch handeln zu müssen.

High-Yield und Schwellenländer gut unterstützt

Die vergangenen Monate haben mit einem leichten Aufwärtsdruck auf die Kapitalmarktrenditen gezeigt, dass sich risikoreichere Anleihen wie High-Yield und Schwellenländer, auch in diesem schwierigen Obligationen-Umfeld robust entwickeln können (siehe Grafik). Diese beiden Anleiheklassen haben deutlich von der Entwicklung der Rohstoffpreise und der verbesserten Konjunkturperspektiven profitiert. Die Ausfallrisiken werden in diesen Segmenten aufgrund der Konjunkturperspektiven als limitiert eingestuft, womit die Risikoprämien unter Kontrolle bleiben – auch im Umfeld generell leicht steigender Zinsen bei den Staatsanleihen. Der Rückschlag bei den Schwellenländern nach den US-Wahlen war kurzer Natur. Und HighYield Anleihen haben im Umfeld leicht steigender Zinsen den Aufwärtstrend praktisch ohne Rückschlag fortgesetzt. Mit weiterhin intakten Aussichten für die globale Konjunktur sehen wir sowohl High-Yield wie auch Schwellenländer-Anleihen gut unterstützt und halten an der neutralen Portfoliogewichtung fest. Für das Gros des Portfolios empfehlen wir Unternehmensanleihen mit einem relativ attraktiven Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen.

09 03 17 ObblRaiffeisen

Quelle: BONDWorld.ch