Schwyzer Kantonalbank

Schwyzer Kantonalbank: Jenseits der basiseffekte

Schwyzer Kantonalbank: Wenn auch zeitlich nicht ganz synchron, so ist doch in weiten Teilen der Welt eine ähnliche Ent-wicklung zu erkennen.: Auf die historischen Ein-brüche im Frühjahr folgte zunächst eine V-för-mige Konjunkturerholung

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Standpunkt September 2020 – Konjunktur


welcher nun aber die Kraft ausgeht. Jenseits der auslaufenden Basis-effekte verbirgt sich eine schwache Dynamik.

Bei der Beurteilung von Konjunkturdaten orientieren sich Ökonomen unter anderem an zwei Referenzpunkten: dem Wert der Vorperiode (oder zur saisonalen Glättung der Vor-jahresperiode) sowie dem allgemein erwarteten Wert. Doch angesichts der historisch beispiellosen Pandemie hat beides seine Tücken. Aktuelle Zahlen sind schlicht nicht sinnvoll mit denen des Lockdowns oder des Vorjahres vergleichbar. Zu-dem sind auch viele Analystenerwartungen – Stichwort «bei-spiellos» – nicht viel besser als das sprichwörtliche Stochern im Nebel. Und so ist es mit Vorsicht zu geniessen, wenn sich einzelne Konjunkturdaten derzeit in rasantem Tempo ver-bessern beziehungsweise über oder unter den Erwartungen liegen.

Tiefhängende Früchte sind geerntet

Der Vergleich mit der Vorperiode kommt insbesondere bei den Einkaufsmanagerindizes (PMI) zum Tragen, wo sich Un-ternehmen zum Geschäftsgang gegenüber dem Vormonat äussern. Im verarbeitenden Gewerbe des Euroraums trat der PMI im August mit 51.7 Punkten nahezu auf der Stelle (vgl. Abb.). Zwar stieg der Index in Deutschland und Italien

weiter an, in Frankreich und Spanien fiel der Wert jedoch wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. We-nig überraschend zeigt sich: Je weiter die extrem schwa-chen Lockdown-Monate zurückliegen, desto geringer sind die monatlichen Verbesserungen.

Ähnliches Bild in China und den USA

Diese Entwicklung zeigt sich auch andernorts. In China fie-len die harten Daten im Juli nach der zuvor starken Erholung überwiegend enttäuschend aus: Sowohl die Industriepro-duktion als auch der Privatkonsum blieben hinter den Erwar-tungen zurück. Immerhin überraschte der chinesische PMI im August mit einem weiteren Anstieg positiv. In den USA stieg der Industrie-PMI zuletzt auf 56 Punkte, die privaten Konsumausgaben erhöhten sich nach starken Vormonaten im Juli jedoch nur noch leicht.

Schweiz steckt noch im «V»

Dass die Schweiz 2020 die schwerste Rezession seit 45 Jahren erfahren dürfte (Seco), kann beinahe als Randnotiz behandelt werden. Fakt ist, dass sie sich mit einem Rück-gang der Wirtschaftsleistung um 8.2% im zweiten Quartal (ggü. Vorquartal) besser gehalten hat als die Eurozone und die USA. Für das laufende dritte Quartal ist mit einer Rück-kehr auf den Wachstumspfad zu rechnen. Darauf deutet etwa das KOF Konjunkturbarometer, welches im August den dritten Monat in Folge kräftig zulegen konnte. Das Vorkri-senniveau dürfte dennoch kaum vor Ende 2021 erreicht werden.

04-09-20 Schwyzer Kantonalbank
Quelle: BondWorld