SNB hält an Negativzinsen fest, Uneinigkeit bei Fed

Robuste EU-Wirtschaft stützt Schweizer Exporte….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Diese Woche senkte die SNB bei ihrer vierteljährlichen, geldpolitischen Lagebeurteilung die mittelfristige Inflationsprognose aufgrund des schwächeren globalen Konjunkturausblicks von 0.9% auf 0.6%. Die Zielrate für den 3-Monatslibor beliess sie dabei erwartungsgemäss bei -0.75%. Nachdem die EZB den Einlagensatz der Währungsunion in der Vorwoche nicht weiter in den negativen Bereich gesenkt hatte, bestand hier kein Handlungsdruck. Da die EZB jedoch weiterhin die geldpolitischen Schleusen offen hält und die Zeichen auf eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms hindeuten, sieht die SNB wenig Spielraum für eine Aufweichung des Negativzinsregimes Die Zinserwartungen des Marktes für den 3-Montas-Libor Ende 2017 liegen nahe bei -0.75%. Es wird also weder eine weitere Zinssenkung erwartet noch eine baldige Normalisierung der Geldpolitik, was auch unserer Prognose entspricht.  

Auch die Bank of England (BoE) tagte in dieser Woche. Sie liess den Zinssatz nach der Senkung im August wie erwartet bei 0.25%. Die britische Wirtschaft scheint auch nach dem BrexitJa mehr oder weniger in der Spur zu bleiben. Die BoE bleibt aber vorsichtig und kündigte an, weitere Zinssenkungen seien möglich. An den Märkten hat dies jedoch wenig ausgelöst. Das Pfund blieb stabil und für nächstes Jahr wird weiterhin eher keine erneute Zinssenkung erwartet.  

Der Fokus der globalen Märkte (siehe Seite 2) richtet sich derzeit jedoch auf die USA, wo nächste Woche das SeptemberMeeting des Offenmarktausschusses der Fed stattfindet. Nachdem sich in der jüngsten Vergangenheit immer mehr FOMCMitglieder für einen Zinsschritt noch in diesem Jahr stark machten, wurden die Zinserwartungen diese Woche von der FedGouverneurin Lael Brainard gedämpft. Die als Taube bekannte Brainard verwies dabei auf die US-Konjunktur, welche noch nicht für eine Zinsnormalisierung bereit sei. Die Uneinigkeit innerhalb der US-Notenbank ist weiterhin gross und dies dürfte sich auch nächste Woche zeigen. Der Zinssatz wird wohl unangetastet bleiben, wobei sich Yellen jedoch die Türen für einen baldigen Zinsschritt offen lassen dürfte. Des Weiteren werden bei der Lagebeurteilung auch wieder die neuen Zinsprognosen der FOMC-Mitglieder veröffentlicht.

Auch die Bank of Japan (BoJ) hält nächste Woche ihre Sitzung ab. Im Vorfeld werden die bisherigen expansiven Massnahmen einer Überprüfung unterzogen. Die Konjunktur zeigte zuletzt Lebenszeichen. Die bisher getroffenen Massnahmen scheinen aber nicht zu wirken. Das zeigt sich zum Beispiel an der Teuerung, die im negativen Bereich und somit weit vom Inflationsziel von 2% entfernt ist. Nichtsdestotrotz hat Notenbankpräsident Haruhiko Kuroda betont, dass eine Rückführung der Massnahmen nicht zur Diskussion stehe. An den Finanzmärkten wird deshalb eher eine zusätzliche Lockerung erwartet – nicht zuletzt auch weil die Yen-Aufwertung nicht nur die Exporte stark belastet, sondern auch die Inflation dämpft. Der Marktkonsens rechnet für nächste Woche aber mit keiner weiteren Zinssenkung. Über andere Massnahmen wird stärker spekuliert, wie z.B. eine Aufstockung der Aktien- und Unternehmensanleihenkäufe. Oder dass die Bank of Japan keinen spezifischen Zeitpunkt mehr für das Erreichen des 2%-Inflationsziels verfolgen wird.

Neben den Notenbanksitzungen steht nächste Woche bereits die erste Runde an Einkaufsmanagerindizes für den Monat September an. Die japanische Unternehmensstimmung hat sich zuletzt trotz des stärkeren Yen etwas erholt. Das dürfte daran liegen, dass die Nachfrage aus China in den letzten Monaten wieder zugenommen hat. Die chinesischen Konjunkturdaten bestätigten diese Woche den leicht positiven Trend im Reich der Mitte.

Die europäischen Frühindikatoren blieben auch nach dem Brexit-Votum robust. Es ist davon auszugehen, dass dies auch nächste Woche der Fall sein wird und die Daten weiterhin einen moderaten Expansionspfad signalisieren. Zur Veröffentlichung stehen der Composite PMI und das Konsumentenvertrauen für die gesamte Eurozone an. Es dürfte sich also nichts am Bild ändern, dass die robuste Binnennachfrage im Euroraum den Schweizer Exportsektor stützt. Bisher hat davon jedoch vor allem die Pharmabranche profitiert, während sich die Uhren- und Maschinenindustrie zuletzt schwach zeigten. Nächste Woche stehen die Schweizer Exportzahlen für August an.  

Quelle: BONDWorld.ch