St.Galler Kantonalbank: Jobs, Jobs, Jobs!

Am nächsten Freitag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für den Februar veröffentlicht. Erwartet wird, dass im März 174‘000 neue Stellen geschaffen wurden….

 

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Dr. Thomas Stucki ist CIO der St.Galler Kantonalbank


Das wären etwas weniger als in den letzten Monaten, aber dennoch eine Bestätigung für die gute Verfassung des Arbeitsmarktes. Nicht nur die Finanzmärkte werden am Freitag auf den Bericht warten und auf die Zahlen reagieren. Im Weissen Haus wird Präsident Trump seinen Twitter-Account geöffnet haben. Gute Zahlen wird er als Ergebnis seiner Einflussnahme auf die Firmen feiern. Sollten die Zahlen unter den Erwartungen ausfallen, sind sie wahrscheinlich Fake News. Tatsache ist, dass der aktuelle Boom im amerikanischen Arbeitsmarkt das Resultat der Wirtschafts- und Geldpolitik der letzten Jahre und nicht der letzten Monate ist.

2015 und 2016 wurden jeweils deutlich über zwei Millionen neue Stellen geschaffen. 2014 waren es gar drei Millionen. Die Arbeitslosenrate ist auf 4.7% gesunken, was gemäss verbreiteter US-Definition nahe bei der Vollbeschäftigung ist. Unkenrufe, dass die offizielle Arbeitslosenrate nur so tief sei, weil die Leute die Hoffnung auf einen Job aufgegeben haben und die meisten Stellen nur Teilzeitstellen sind, haben einen immer schwereren Stand. Die Rate der unterbeschäftigten Personen ist auf 9.2% gefallen. Dies mag hoch erscheinen, ist für amerikanische Verhältnisse aber ein guter Wert.

Anhaltend gute Dynamik in der US-Wirtschaft

Vorausschauende Indikatoren wie die ISM-Indizes oder die Vertrauensumfragen bei den Konsumenten deuten darauf hin, dass sich in den nächsten Monaten daran nicht viel ändern wird. Es wird immer schwieriger werden, für die neuen Jobs qualifizierte Leute zu finden, was die Löhne in die Höhe treiben wird. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 2.8% gestiegen. Das ist noch nicht alle Welt. Die Tendenz der Lohnentwick-lung zeigt aber nach oben.

Höhere Löhne sind ein wichtiger Treiber für höhere Inflationsraten. Die Kerninflation ohne den Einfluss der stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise liegt je nach verwendeter Statistik bei 2.2% oder 1.8%, also im Zielbereich der Fed. Sollten die Löhne stärker steigen, wird die Fed den eingeschlagenen Weg zu höheren Zinsen beschleunigen, um das Aufkommen einer Lohn-Preis-Spirale und das Überhitzen der Wirtschaft zu unterbinden.

Der Konjunkturzyklus lebt

Höhere Zinsen bremsen mit der Zeit aber die Konjunktur und damit das Stellenwachstum. Schwächt sich die Wirtschaft ab, ist mit einem Anstieg der Arbeitslosenrat zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies in den nächsten zwei oder drei Jahren der Fall sein wird, ist relativ gross, auch wenn dies Präsident Trump dann nicht wahrhaben will. Dem normalen und klassischen Konjunkturzyklus wird auch er sich nicht entziehen können.

Quelle: BondWorld.ch