GIORNALE

SNB sagt nein zu “Helikoptergeld”

Die Schweizer Wirtschaftsdaten sind durchwachsen ausgefallen, bleiben aber dennoch schwach. Der reale Einzelhandelsumsatz ging im Jahresvergleich auf -2,2% zurück (nach einem revidierten Rückgang von -3,5%)….

 

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Die Zahl, die letzte Woche veröffentlicht wurde, war eine leichte Erholung nach stetig schwachen Zahlen seit Mitte 2015. Es gab auch beim Umsatz der Nahrungsmittel eine positive Erholung, ein Plus von 0,6% nominal und 0,8% real gesehen. Diese Erholung sollte jedoch als Folge des günstigen Sommerwetters gewertet werden. Seit die SNB den Mindestwechselkurs für den EUR/CHF aufgehoben hat, waren die Verkaufszahlen konsistent niedrig. Der starke CHF hat das Schweizer Verbraucherverhalten verändert und die inländischen Verkaufszahlen untergraben, da die Verbraucher bei den langlebigen Gütern nach Schnäppchen suchten und teure Artikel in den Nachbarländern kauften. Diese langfristige Veränderung der Verbrauchergewohnheiten wird für die Inflationserwartungen weiteren negative Druck bringen, da der Einzelhandel die Preise senken muss, um Wechselkursnachteile auszugleichen.

In einem Artikel der Schweizer Sonntagszeitung Sonntagsblick bestätigte SNBDirektoriumsmitglied Andréa Maechler den derzeitigen Politikmix der Zentralbank und wies mögliche extremere Maßnahmen zurück. Maechler sagte, dass die SNBMitglieder weiter zu negativen Zinsen stehen, da der Einsatz der Nullzinssatzpolitik den CHF erfolgreich vor einer Überbewertung bewahrt hat. Sie wandte sich entschieden gegen “Helikoptergeld” und sagte, dass dies für die SNB ein No-Go sei. Zudem deutete sie an, dass es illegal wäre, wenn die SNB der Regierung Geld geben würde. Dies war vielleicht die interessanteste Stellungnahme: Die SNB lehnt eine Monetarisierung der Staatsschulden unbedingt ab. Die Schweizer Wirtschaftsbedingungen verschlechtern sich zunehmend. Es gibt klare Belege, dass ein überbewerteter CHF die zeitweise viel versprechenden Inflationsprognosen umgekehrt hat. Erwartungen an weitere Lockerungsmaßnahmen der Geldpolitik im Vereinigten Königreich und durch die EZB und steigende geopolitische Risiken werden die Nachfrage nach Vermögenswerten in sicheren Häfen erhöhen (selbst eine Zinserhöhung in den USA wird zu unsicheren Richtungsbewegungen der Devisen führen).

Wie Maechler andeutete, kann die SNB das internationale Umfeld nicht beeinflussen, was die SNB in eine rein reaktive Position zwingt. Die Auswirkungen der negativen Zinsen der Zentralbank haben sich bereits bei den Versicherungsunternehmen und Pensionskassen gezeigt, und es werden wohl noch weitere Kritiker folgen, da die Banken anfangen, die Kosten auf die privaten Sparer umzulegen (was sie bisher nur sehr zögernd getan haben). Doch trotz des erwarteten Kaufdrucks auf den CHF und des begrenzten Spielraums bei der Nullzinssatzpolitik sind weitere drastische Maßnahmen nicht vorgesehen. Dennoch vermuten wir, dass irgendeine Art von “Helikoptergeld” in der Tat näher ist als das Interview vermuten lässt. Denken Sie daran, dass das Referendum zum Grundeinkommen in der Schweiz 20% der Stimmen erhielt und sich die SNBMitglieder nur wenige Tage, bevor sie ihre Wechselkurspolitik aufgegeben haben, zu dem Boden von 1,20 bekannt haben. Kurzfristig gehen wir davon aus, dass der CHF weiter gekauft werden wird und der EUR/CHF 1,0863 anvisieren wird (Basis und gleitender 55-Tagesdurchschnitt).

Quelle: BondWorld.ch