Tiefzinspolitik in der Kritik

Start in die Berichtssaison zum dritten Quartal…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Seitwärtsbewegung am Schweizer Aktienmarkt hält an. Kursavancen wurden durch Diskussionen über das Ende des EZB-Anleihenkaufprogramms gebremst. Angekündigt ist das Programmende für März 2017. Durch die massiven Anleihenkäufe im Umfang von EUR 80 Mrd. pro Monat wird das Angebot an Obligationen, die sich für das Programm qualifizieren, allerdings knapp. Die jüngste Entwicklung spricht dafür, dass eine Verlängerung des Kaufprogramms bei kontinuierlich sinkenden Volumen erfolgen könnte. Das weckt Erinnerungen an 2013, als die Tapering-Ankündigung des damaligen Fed-Vorsitzenden Bernanke die 10-jährigen US-Renditen von 1.6% auf 3.0% ansteigen liess. Von einem solchen Renditeanstieg ist die Eurozone weit entfernt, aber zumindest dürften die Zinsen in diesem Umfeld nicht weiter sinken. Die Kritik an den tiefen und sogar negativen Zinsen scheint lauter zu werden, denn es zeigt sich ein sehr limitierter realwirtschaftlicher Effekt. Zudem sind Fehlallokationen an den Finanzmärkten wahrscheinlich.

Auch in den USA gibt die Notenbankpolitik weiterhin den Ton an. Mit einem starken Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor sind die Zinserhöhungserwartungen an den Märkten weiter leicht angestiegen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Fed im Dezember liegt gemäss den Zinsterminmärkten bei über 60%. Nächste Woche wird auch das Protokoll der letzten Fed-Sitzung zeigen, dass die Tendenz für einen Zinsschritt noch in diesem Jahr zugenommen hat. Wir gehen jedoch mit Blick auf die volatilen Finanzmärkte erst von einer weiteren Zinserhöhung im 2017 aus.

Die leicht anziehenden Zinserwartungen haben den Goldpreis auf Talfahrt geschickt. Die Schwelle von USD 1’300 pro Unze wurde erstmals seit Juni unterschritten. Auf den aktuellen Niveaus rechnen wir mit einer Bodenbildung, denn die Anlegerpräferenz für Realwerte dürfte anhalten und die temporäre USD-Hausse zum Stillstand kommen. Dagegen hat das Öl eine beachtliche Rally gezeigt, nachdem die OPEC Länder und Russland die Bereitschaft zu geringfügigen Produktionssenkungen erklärt hatten. Dieser Absicht müssen am OPEC-Treffen Ende November nun aber Taten folgen. Wir gehen jedoch von keiner oder nur von einer unzureichenden Drosselung der Fördermenge aus und erwarten die Ölnotierungen bis Jahresende wieder unter USD 50 pro Fass Brent.

Kommende Woche dürfte die Aufmerksamkeit vorübergehend von der Geldpolitik auf die Unternehmensdaten schwenken. Alcoa eröffnet wiederum die Berichtssaison. Insgesamt erwarten wir die Q3-Unternehmensgewinne im Vorjahresvergleich weiterhin leicht rückläufig, aber weit weniger stark als noch in den Vorquartalen. Für deutlich positive Impulse für die Aktien dürfte dies allerdings noch nicht ausreichen. Die SMI-Unternehmen rapportieren ab 20. Oktober über den Geschäftsgang im Q3, angefangen mit Actelion, Novartis und ABB.

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Quelle: BONDWorld.ch