Weiter schlechte Nachrichten aus dem Bankensektor ‘

OPEC plant leichte Produktionskürzung….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Erholung an den Aktienmärkten hat sich diese Woche insgesamt nicht fortgesetzt. Trotz eines soliden Auftritts von Hillary Clinton im ersten von drei TV-Duellen gegen ihren Mitbewerber um das US-Präsidentenamt Donald Trump, zeigen die jüngsten Umfrageergebnisse weiter ein sehr enges Rennen. Die hohe Unsicherheit über den nächsten US-Präsidenten hält die an den Zinsmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung am 2. November, kurz vor der Präsidentschaftswahl, sehr niedrig.

Treiber von Kurskorrekturen diese Woche waren aber vielmehr erneut negative Nachrichten aus dem Bankensektor. Nach der sehr hohen Strafzahlungsforderung von 14 Mrd. USD des amerikanischen Justizministeriums an die Deutsche Bank aufgrund missbräuchlicher Hypothekargeschäfte, gab es diese Woche Spekulationen über die Notwendigkeit einer weiteren Kapitalerhöhung und sogar mögliche staatliche Stützungsmassnahmen. Dies wurde zwar umgehend dementiert. Die Entwicklung bestätigt aber die anhaltenden Abwärtsrisiken für das bereits tiefe Niveau der Bankaktiennotierungen.

EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré hat darüber hinaus betont, dass er eine Ausweitung der Anleihekäufe der EZB auf Bankenanleihen nicht als sinnvoll erachtet. Zudem trüben die Aussichten auf eine lange Periode tiefer Zinsen den Ausblick der europäischen Banken. Das erklärte Ziel der Geldpolitik der EZB ist es, die Kreditvergabe anzukurbeln, auch mit Hilfe des Negativzinses. Und dies vor allem in den südlichen Mitgliedsländern. Aber auch deren Banken leiden zunehmend unter sinkenden Margen wegen des tiefen Zinsniveaus. Dies hat der IWF in seinem aktuellen Länderexamen für Portugal untermauert. Die negativen Nebenwirkungen des Negativzinses treten damit weiter in den Vordergrund. Auch die Bedenken unter den EZB-Entscheidungsträgern haben zugenommen.

Die überraschende Ankündigung von Förderkürzungen durch die OPEC-Ölminister bei ihrem Treffen in Algier diese Woche hat auf der anderen Seite dem Ölpreis und den Aktienmärkten wieder etwas Auftrieb gegeben. Ein grosser Wurf und ein nachhaltiger Wendepunkt am Ölmarkt ist das Ergebnis jedoch nicht. Erstens fällt die geplante Produktionskürzung sehr moderat aus, und zweitens will man sich erst beim nächsten regulären OPEC-Treffen im November auf die konkreten Auswirkungen für die Fördervolumen der einzelnen Länder einigen.

Die Konjunkturdaten fielen jüngst insgesamt leicht besser als erwartet aus. Ende letzter Woche hat der vorläufige Composite Einkaufsmanagerindex für die Eurozone zwar leicht nachgegeben. Dabei zeigten sich allerdings die Umfrageergebnisse im Verarbeitenden Gewerbe deutlich verbessert. Dies wurde durch den starken Wiederanstieg des deutschen Ifo-Geschäftsklimas, und vor allem dessen Erwartungskomponente, begleitet. Entsprechend erwarten wir weiterhin eine Erholung bei den anstehenden deutschen und europäischen Industriezahlen, nach schwachen Daten in der Hauptferienzeit. Positiv für die europäische Industrie ist auch die anhaltende Stabilisierung der chinesischen Konjunkturdaten. Anfang kommender Woche stehen neue Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes in China an.

Auch in den USA stehen wichtige Veröffentlichungen auf der Agenda. Der zweite monatliche Anstieg der Auftragseingänge für Kapitalgüter hat diese Woche die Aussichten auf eine Stabilisierung der zuletzt schwachen Investitionsdynamik etwas verbessert. Uneinheitliche regionale Unternehmensumfragen legen aber keinen starken Anstieg der zuletzt schwächeren ISMs nahe. Andererseits lassen eine verbesserte Konsumentenstimmung, sowie deren Bewertung der Arbeitsplatzaussichten, Ende nächster Woche wieder einen soliden Arbeitsmarktbericht erwarten. Der Konsens für das Beschäftigungsplus im September liegt bei 178k, nach 151k im Vormonat.

In der Schweiz wird nach dem KOF-Konjunkturbarometer am Montag der Einkaufsmanagerindex für die Industrie veröffentlicht. Die Vorgaben aus den Nachbarländern sprechen für einen moderaten Anstieg. Dies gilt ebenfalls für die Schweizer Konsumentenpreise. Die Jahresteuerung hat sich in den letzten Monaten Schritt für Schritt der Nullmarke angenähert und könnte diese nach -0.1% im Vormonat mit der Veröffentlichung der Septemberzahlen das erste Mal seit Herbst 2014 wieder erreichen.

Quelle: BONDWorld.ch