Zinserhöhung in den USA immer wahrscheinlicher

Rekordhoch am US-Aktienmarkt, Schweiz im Hintertreffen…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Trotz Trump-Wahl und der hohen Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed im Dezember sind die US-Aktien-märkte auf neue Rekordstände geklettert. Der Dow Jones Index ist zum ersten Mal über 19’000 Punkte angestiegen. Nach der US-Präsidentschaftswahl haben die im Index vertretenen Ban-ken dem Gesamtmarkt massiv Auftrieb verliehen. Auch Titel, denen bei erhöhten Infrastrukturausgaben gute Chancen ein-geräumt werden, wie beispielsweise General Electric, konnten deutlich zulegen. Von Rekordständen ist der Schweizer Aktien-markt hingegen weit entfernt. Der SMI kann die 8’000 Punkte nicht nachhaltig überwinden, dies bei einem Rekordhoch von 9’437 Punkten (siehe Grafik). Das liegt zum einen am Taucher nach der Aufhebung der EUR-Untergrenze im Januar 2015, aber in diesem Jahr auch am schwachen Abschneiden der Ban-ken und der Indexschwergewichte aus der Pharmabranche. Die Kursrückgänge bei Novartis und Roche alleine kosten den SMI in diesem Jahr fast 700 Punkte und auch in der ausgehenden Woche haben diese Titel nach dem kurzen Trump-Zwischen-spurt den Markt belastet.

Die Agenda für die kommenden Tage spricht nicht für einen raschen Rebound am Schweizer Aktienmarkt. Das italienische Verfassungsreferendum vom 4. Dezember rückt in den Fokus, wobei laut den letzten Umfragen eine Ablehnung der Verfas-sungsreform erwartet wird. Das ist mehr noch ein Zeichen ge-gen Premier Matteo Renzi. Dieser hat zwar relativiert, die Wei-terführung seines Amtes von einem Sieg abhängig zu machen. Aber dennoch wären im Fall einer Niederlage Wahlen vor dem regulären Termin 2018 oder zumindest eine Regierungsumbil-dung nicht auszuschliessen. Die Unsicherheit dürfte jedenfalls den Märkten und vor allem den italienischen Banken nicht zu-träglich sein.

Die volkswirtschaftlichen Indikatoren aus Europa sind dagegen ermutigender. Die Einkaufsmanagerindizes in Deutschland und Frankreich haben für November im Dienstleistungssektor eine weitere leichte Verbesserung angezeigt und bleiben im Verar-beitenden Gewerbe auf robusten Werten. Die Zahlen zur Schweizer Industrieproduktion im Q3 zeigen ebenfalls einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr, nachdem im Vor-quartal noch ein Rückgang um über 1% ausgewiesen wurde. Allerdings bestätigen diese Zahlen erneut, dass die Schweizer Industrie sehr einseitig in der Pharmabranche zulegt, während das Gros der Sektoren mit rückläufiger Produktion kämpft. Nächste Woche werden die Zahlen zum Schweizer BIP publi-ziert. Nach dem starken Vorquartal erwarten wir eine deutliche Dynamikverlangsamung.

Der Fokus der Finanzmärkte liegt aber nächste Woche auf dem US-Arbeitsmarkt. Nachdem die jüngsten US-Konjunkturzahlen weiterhin robust ausfielen könnte ein erneut starker Arbeits-marktbericht die vom Markt erwartete US-Zinserhöhung am 14. Dezember zementieren.

 

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Quelle: BONDWorld.ch